Mindset

NoFap – was steckt dahinter? Und was sind die Vorteile?

 

Würdest Du mir glauben wenn ich sage, dass es Dir etwas bringt eine Zeit lang nichz zu masturbieren

Hört sich sicher erstmal komisch an – aber bleib bei mir!

Vor gut zwei Jahren ging es mir genauso, als ich über das Internetphänomen NoFap gestolpert bin.

NoFap ist eine Riesencommunity. Es geht darum eine Zeit lang nicht zu masturbieren und vor allem Pornokonsum abzuschwören. Am bekanntesten ist die 90 Tage Challenge.

Dabei geht es nicht darum Masturbation, als Feind zu sehen. 2 Es geht viel mehr darum seine eigene Sexualität kennenzulernen. Und sie ungekoppelt von Pornos zu erleben.

Was ich erst geglaubt habe, als ich es selbst erlebte ist dieser innere Antrieb zu tun, den mir NoFap gegeben hat. Dazu aber später mehr!

 

 

Was genau ist NoFap?

Es geht darum für einen festgelegten Zeitraum auf Pornokonsum, Masturbation und auch Sex zu verzichten. Meist sind es 90 Tage.

Das entscheidet natürlich jeder für sich. Viele ziehen es aber auch länger durch oder finden danach einen Rhythmus, mit dem sie zufrieden sind. 

NoFap richtet sich größtenteils an junge Männer. An diejenigen, die Probleme mit Masturbation und Pornokonsum haben, oder einfach neugierig sind und sich selbst etwas besser kennenlernen wollen.

NoFap will dieses Problem beheben und den Teilnehmer auf einen Weg zu der eigenen gesunden Sexualität begleiten.

Kokain und Masturbation
Schon verrückt unser Gehirn: Koks und Sex nahezu auf eine Stufe zu setzen

Denn Pornokonsum kann so einige Probleme mit sich führen.

Das Einzige, was unser limbisches System stärker stimuliert als Sex, Masturbation und damit auch Pornos ist das gute alte Kokain.

Ja, richtig gelesen!

Nur eine schöne Nase Koks knallt für unser Gehirn mehr als der Reproduktionsvorgang. Erschreckend oder?

Aber durchaus sinnig im großen Licht der Evolution und des Bestehenbleibens unserer Art.1

 

Infografik, worum NoFap geht

 

 

Warum sind Pornos nun doch schlimm?

Sexuelle Befriedigung ist für uns so einfach verfügbar, wie noch nie zuvor. Wir schalten unseren Rechner an und haben Zugriff auf mehr überdurchschnittlich gutaussehende Pornodarstellerinnen, als wir Menschen in unserem gesamten Leben zu Sehen bekommen.

 

Das Einzige, was wir dazu tun müssen sind ein paar Mausklicks. Jeder Trottel kann sich so befriedigen. Es erfordert es keine Fähigkeiten. Es ist reine Triebbefriedigung. Lähmend in seiner ganz eigenen Art.

Es ist nicht mehr so, dass sich nur noch die fortpflanzen und Sex haben, die es sich durch irgendeine Art und Weise verdient haben. Sei es durch soziale Anstrengungen, gute Gene, hohen Status in der Gruppe, zwei Fussballfelder englischen Rasen als Vorgarten  oder whatever.

Für unserer Gehirn ist es egal, ob der Sex echt oder nur virtuell ist. Das bekommt unser Gehirn nicht getrennt und warum sollte es auch.

 

NoFap gegen die Pornosucht
Leider wird Pornokonsum viel zu verharmlost. Dabei funktioniert er wie jede andere Sucht.

Viele Männer verlieren dadurch diesen inneren “Drive”, diesen Drang, etwas unternehmen zu müssen. Um sich als gute Wahl zu beweisen. Diese positive Aggression in uns Männern.

Dieser Drive bringt uns Männer dazu zu Schaffen.

 

Befriedigte Menschen sind größtenteils faul und eben zufrieden. Sie haben den evolutionären Sinn ihres Lebens erreicht. Befriedigung lähmt.

Unbefriedigte Menschen unternehmen etwas dagegen und der Körper gibt Ihnen Kraft, um das zu ändern!

 

Infografik zu den Schattenseiten von Pornos.

 

 

Die NoFap Challenge

Die NoFap Challenge setzt genau dort an. 

Das Ziel ist es diese eigene sexuelle Energie wieder zu verspüren und zu nutzen. Der Suchtkreislauf wird durchbrochen und wieder eine gesunde sexuelle Beziehung zu sich selbst aufgebaut.

Klingt cool, nicht?

 

Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade. Die ganze Challenge ist ein wenig, aufgrund der anfänglichen Zielgruppe von Gamern, wie ein Videospiel aufgebaut.

Was alle gemein haben ist der verzicht auf “PM” (Porn and Masturbation). In Bezug auf “O” (Orgasm, sprich Sex) sollte jeder selber wissen, ob er das so durchführen möchte.

 

 

Durch diesen Verzicht über einen recht langen Zeitraum, soll der Suchtkreislauf im Gehirn durchbrochen werden.

 

Das Ganze ist neuromedizinisch und psychologisch gut durchdacht. 

Bis sich Gewohnheiten ändern und im Gehirn verankern dauert es halt ein wenig.

Die Probleme entstehen ja auch nicht an einem Tag, sondern brennen sich meist über einen sehr langen Zeitraum in unserem Hirn ein.

 

Ich weiß, wie das ist, ich habe damals selbst mit 14 Jahren angefangen regelmäßig Pornos zu schauen.

Es entwickelte sich dann zu meinem Hauptventil, um mit Stress klarzukommen. Und als Jugendlicher hat man VIEL Stress.

Mittlerweile verstehe ich, warum man sagt, dass man Süchte für ewig mit sich herumträgt.

 

Infografik, wie die NoFap Challenge funktioniert.

 

 

Der sexuelle Drive

Der Drive ist meiner Erfahrung nach der beste Effekt, den ich erlebt habe. Es ist einfach eine innere Motivation etwas zu tun.

Der Drive hat mich motiviert vermehrt an meinem Blog zu arbeiten, noch mehr Sport zu machen als eh schon und mehr auf Menschen zuzugehen

Erklären lässt sich dass damit, dass Du Dich durch diese Challenge sexuell deprimierst.

Für deinen Körper ist die Fortpflanzung aber Priorität Nummer 1. Er gibt Dir deshalb die Energie und die Motivation auf auf, dass Du Deinen Arsch hochbekommst und arbeitest. Auf, dass Du es erfolgreich tun kannst.

 

Spannenderweise sind die meisten unserer Handlungen grundmotivert durch diesen Fortpflanzungstrieb.

  • Mehr beruflicher Erfolg = Mehr Status = Höherer sexueller Marktwert
  • Fitteres Erscheinungsbild = Höherer sexueller Marktwert
  • Viele gut gepflegte Beziehungen zu Menschen = Social Proof = Höherer sexueller Marktwert.

NoFap wird auch Einiges an Schwachsinn nachgesagt:
Man erlange dadurch Superkräften, würde automatisch sozial werden, Frauen automatisch anziehen oder Ähnliches. Das Gerede von pubertierenden Gamern eben. 😀

 

Nichtsdestotrotz ändern diese Scheinwahrheiten nichts an dem, was man aus dieser Challenge für sich lernen kann.

 

Work fucking harder
Ein Lebensmotto 😀

 

 

Meine Erfahrungen mit NoFap

Bei mir entwickelten sich dann zwangsweise Probleme aus dem enormen Pornokonsum.

Der Reiz aus wirklichen sexuellen Kontakten war irgendwann nicht mehr stark und konnte den ungleichen Kampf mit pornographischen Inhalten nicht aufnehmen.

 

Bis ich mal darauf kam, dass es die Pornos Schuld waren, ist leider einige Zeit vergangen.

Süchtige verdrängen halt super. So muss es wohl auch jedem Raucher gehen.

 

Naja, vor einiger Zeit hörte ich von NoFap und fasste den Entschluss es einfach mal auszuprobieren. Ich hatte ja nichts zu verlieren.

 

Die ersten Wochen waren die Schwierigsten, aber auch die augenöffnendsten, wie abhängig man doch ist.

Ich war in dieser Zeit sehr viel unterwegs, beschäftigte mich mit allem und versuchte keine Langeweile aufkommen zu lassen, das funktionierte sehr gut.

 

Was ist deine Geschichte?
Was sind Deine Erfahrungen zu diesen doch intimen und tabuisierten Thema?

Nichtsdestotrotz forderte es manchmal starke Willenskraft nicht zu rückfällig zu werden. Insbesondere in Momenten in denen man kaputt oder gestresst ist.

Ich musste komplett neu lernen meine Probleme zu lösen.

 

Nach einiger Zeit merkte ich eine massiv erhöhte Produktivität und den starken Drang etwas zu unternehmen. Egal was. Sei es nun zu arbeiten, Sport oder auf andere Menschen zuzugehen. Das war dann wohl der Drive und ist ein echt tolles Gefühl!

 

 

 

 

Ein paar Wörter am Ende

Ich bin super froh vor einiger Zeit diese Challenge gemacht zu haben.

Es war anfangs komisch. Es klingt total esoterisch, weit hergeholt und nach extremen Bullshit.

Aber mit der Zeit merkt man, dass doch was dran ist. An sexueller Energie und dem Ganzen. Anscheinend sind Tantriker, Schamanen und Denker, wie Napoleon Hill, nicht allzu auf dem Holzweg gewandert.

 

Gerade, weil NoFap mir den Anstoß gab, um bis heute pornofrei zu leben, bin ich so überzeugt davon.

Auch wenn keiner der Effekte, mit NoFap zusammenhängt – hat es mir dennoch gezeigt Pornografie mit verschiedenen Sachen zu verknüpfen, auf die ich sonst niemals gekommen wäre. 

 

Ich würde diese Erfahrung jedem Mann ans Herz legen. Hey, Du hast nichts zu verlieren.

 

Hast Du auch Probleme mit dem Konsum von pornographischen Inhalten gehabt und es so empfunden? Man kommt ja heutzutage gar nicht mehr drumherum im Internet.

Ich hoffe ich konnte mit meiner Story den Anstoß in die richtige Richtung geben. Oder Dir einfach zeigen, dass die Zensur-freie Weite des Internets auch seine Schattenseiten haben kann.

 

Machs gut,

 

Kevin

 

 

 

 

Fußnoten:

1Es gibt eine interessante Studie in Mäusen, die zeigt wie stark die Ausmaße einer Abhängigkeit sein können. In dieser Studie haben die Mäuse die Wahl zwischen Kokain oder Essen. Sie wählen immer das Kokain und verhungern.
Jetzt stell Dir mal vor, dass unser Gehirn ähnlich auf Pornos läuft. Vereinfacht gesagt. Jedenfalls die Ausschüttung unseres “Glückshormons”, dem Dopamin, im limbischen System ist vergleichbar stark. Auch diese Cambridge Studie hier zeigt die Ähnlichkeit der Abhängigkeiten. Schon komisch unser Gehirn manchmal…
2Dieser wissenschaftliche Artikel beschreibt auch noch einmal gut die positiven Vorteile der Masturbation und das Schwarzweiß Denken auch hier nicht sinnvoll ist.

 

Quellen:


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