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Ernährung

Binge Eating – Wenn Männer zugeben essgestört zu sein

am
19. Juni 2019
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20 Minuten Lesezeit

 

Das Thema heute ist etwas ernster und erregt in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit vor allem auch unter Männern, die sonst seltener mit einer Essstörung in Verbindung gebracht werden: Und zwar geht es um das sogenannte Binge Eating Disorder.

In diesem Post behandele ich offen meine persönliche Erfahrung damit. Außerdem möchte ich jedem, der damit zu kämpfen hat Hoffnung und Mut mit auf den Weg geben!

 

Im Groben geht es um folgende Punkte

  1. Was ist Binge Eating eigentlich?
  2. Probleme des Binge Eating Disorders ernst nehmen!
  3. Warum ist das schlimm? Jeder kennt doch einen gelegentlichen Fressrausch.
  4. Meine Binge Eating Story

 

Churros Binge Eating

Wer kann bei diesen Verkörperungen des Schönen schon nein sagen?!1

 

 

 

I. Was ist Binge Eating eigentlich?

Binge Eating Disorder ist eine Essstörung, die mit einem bewussten Kontrollverlust beim Essen und regelmäßigen Heißhungerattacken einhergeht.

Meist verläuft sie phasenweise, mit Phasen von einer gewissen Zeit mit guter Kontrolle seiner Nahrungsaufnahme und Phasen mit dem genauem Gegenteil. Dies wird auch „Binge“ genannt.

Bingen kann man auch nach anderem als Essen, wie zum Beispiel Alkohol oder TV. Ich schreibe aber nun gezielt über Binges, die mit einer gestörten Nahrungsaufnahme zu tun haben

Nach einem Binge fühlt man sich schlecht, da die Nahrungsaufnahme in diesem Maße, absolut nicht gewollt war. Dies kann zu Übergewicht und Selbsthass führen, was in sich eine Teufelsspirale ist. Außerdem werden bereits vorhandene psychische Probleme meistens verstärkt.

Erschreckend ist die hohe Dunkelziffer, wie viele Leute wirklich damit zu kämpfen haben, vor allem betrifft es auch recht viele Männer.

 

 

II. Probleme des Binge Eating Disorders ernst nehmen

Leicht kann man von außen denken, dass das Jammern über so ein paar Fressattacken übertrieben ist und die Leute mal ihr Leben zu Recht bekommen sollen. Weit gefehlt!

Naja, wie bei jedem anderen psychischen Problem ist das nicht ganz so leicht. Depressive könnten verdammt noch mal auch einfach was glücklicher sein und mehr Lachen, nicht? 🙄

Unser Verstand

Unser Gehirn kann manchmal ziemlich verrückt spielen.

Spaß beiseite.

Leider werden meiner Erfahrung nach Essstörungen noch nicht so recht ernst genommen, solange keine heftigen Gewichtsprobleme vorliegen. Anders ist das glücklicherweise in unserer Gesellschaft bei vielen anderen Krankheiten, wie z.B. bei depressiven Erkrankungen.

 

Das muss sich ändern!

 

 

 

III. Warum ist das schlimm? Jeder kennt doch einen gelegentlichen Fressrausch.

Das wahrscheinlich schon, aber meistens ist doch die totale Kontrolle gegeben.

Man fühlt sich nachher nicht mental total schlecht, dass man jetzt eine L’Osteria Pizza, 12 Reibekuchen und 22 Cheeseburger gegessen hat.

Außerdem passiert es ja (hoffentlich!) seltener Mal, dass man sich komplett überfrisst. Vielleicht an einem geplanten, besonderen Anlass oder an einem All-You-Can-Eat Abend beim Chinesen um die Ecke. Aber es sind einzelne, unregelmäßige Ereignisse und schon gar nicht auf wöchentlicher Basis.

Vielleicht verstehst du jetzt auch warum ich zwischen regelmäßigen, fest geplanten Cheatdays einen Bezug zu einem BED sehe. Viele Kriterien sind zwar etwas softer, aber stimmen überein.

Regelmäßigkeit, CHECK. Viel zu viele Kalorien, CHECK. Meistens nur totales Junkfood, CHECK. Und nach so einer Völlerei fühlt man sich selten psychisch wohl oder so als ob es das Wert war.

 

 

IV. Meine Binge Eating Story

Ich hatte für circa 6 Monate damit zu kämpfen.
Eine lange Zeit lang hatte ich den Wunsch immer leaner sein zu wollen und mich dadurch diätmäßig ziemlich hart rangenommen.

Damals wog ich gut 68 kg und hatte bereits einen KFA knapp unter 10 %. Meine Besessenheit ohne wirklich viel Muskelmasse knüppel trocken sein zu wollen, war aber größer als der Verstand…

Ich „bestrafte“ mich mit extra Steps/ganzen Trainingseinheiten/extra Cardio für ein Überschreiten meiner täglich errechneten Kalorien in MyFitnessPal. Jedes Gramm meiner Mahlzeiten wurde penibel Makros getrackt und auf der Waage angemischt.

Zu dieser Zeit war für mich das abendliche zum Essen ausgehen oder ein Essen mit meiner Familie echt hart. Dazu habe ich noch strikt Paleo gegessen und mich so noch weiter eingegrenzt.

Angefangen hat meine Erfahrung mit dem BED dann, dass ich nach jedem Festivalbesuch den Drang hatte den Tag danach als Cheatday zu gestalten.

Das ließ sich auch bewusst ganz gut damit vereinbaren, dass ich mir das Kochen durch den Lieferdienst spare, wenn ich eh total vermatscht nach ner langen Festivalnacht heimkam.

OK, cool gute Idee, also wurde dies zur Gewohnheit.

Deshalb sehe ich mittlerweile Cheatdays, als eine sehr negative Art seine Ernährung zu gestalten.

Klar, dass dies nicht lange Zeit gut ging und ich mir wöchentlich die eingesparten Diätkalorien, in Form von heftigen Binge’s zurückgeholt habe. Diese Fressattacken entzogen sich echt komplett meiner bewussten Kontrolle!

Durch das viele Feiern, viele trainieren und die Bestrafungen damit nahm ich nicht merklich zu und keiner merkte es außer Ich selbst.

Aber auch nur sehr schleichend. Es ist gruselig wie unterbewusst das kam, wie effizient ich es verdrängen konnte, obwohl es mich offensichtlich fertig machte.

Ich war nach den Binge’s tot traurig und mir schossen manchmal Tränen ins Gesicht, aber ne das muss so sein. Alles super! Go hard or go home! 😎

Als es eine gewisse psychische Schmerzensschwelle überschritten hatte, begann ich nachzulesen und mich zu informieren. Ich war geschockt!

Als Lösung hörte ich sofort auf zu tracken und lernte intuitiv zu essen. Ich verbesserte meine Beziehung zum Essen als Lösung und sah Sport nicht mehr als „Kalorienverbrenner“ an.

Ich nahm erstmal zu, da meine damalige, wenn man es überhaupt „Form“ nennen kann, unhaltbar war und ich es auch nicht wollte.
Deshalb war ich am Boden aber mit der Zeit wurde alles so viel besser.
Ich und eine Essstörung? Man denkt immer das sei nur so ein Ding womit jungen Frauen zu kämpfen hätten. Ich dachte ich sei immun dagegen bzw. es hat mich nie groß gekümmert. Tja weit gefehlt und recht geschehen würde ich zu meinem damaligen Ich sagen.
Naja in den eigenen Fehler liegt die größte Wachstumschance!

 

Pizza und Binge Eating

Binge Eating ist echt kein Spaß. So geil Essen auch ist kann es schnell zum Problem werden1

 

Nachfolgend würde ich sagen, dass ich Glück hatte und selbst die Kurve bekommen habe. Ich glaube aber auch nicht, dass es schon eine ausgewachsene Essstörung war, sondern noch eine in ihren Anfängen.

Ich hoffe meine Story kann jemandem helfen, Mut geben oder einfach nur informieren!

Ein dickes Danke fürs Lesen :-),

Kevin

 

 

 

 

Quellen:

Was sind Essstörungen? – BZGA Artikel

Ein Artikel des Bundesfachverband für Esstörungen darüber

Ein Artikel von Healthline, aber „Achtung oder Juhuu“ es ist in Englisch

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Kevin Jühlke
Paderborn, NRW

Hallo Zusammen!, mein Name ist Kevin. Schön, dass Du den Weg auf meine Seite gefunden hast! Ich möchte hier mit Dir in Kontakt kommen und meine Gedanken zu den Themen Calisthenics, Ernährung und alternativem Fitnesstraining teilen. Ich bin mir sicher, dass Du dabei viel lernst und meine Faszination für diese Themen ansteckt. Nehm nur nicht alles, was ich sage, zu ernst!

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