CalisthenicsMobility

Barfuß leben – Eine Guide für mehr gesunden Minimalismus

 

 

Auch wenn der Titel es so sagt – nicht nur für mehr Minimalismus. Meiner Meinung nach ebenfalls für Tonnen an Lebensqualität, bessere Bewegungsmuster und ein weiterer Faktor auf dem Weg zu einer kultivierten “I don’t give a ***” – Lebenseinstellung. Du magst sicher auch das Gefühl barfuß über den Strand oder Flusskiesel zu laufen, nicht?

Schockierend sind heutzutage die ganzen Probleme, die wir alle mit unseren Füßen haben, auch schon in jungen Jahren.

Barfuß im Flussbett auf Kieseln
So sollten unsere Füße aussehen und genutzt werden.

Selbst Sportler und Läufer vergessen Ihre Füße im Training häufig.

Beachtet werden Sie dann erst, wenn Probleme entstehen. Schade und verhinderbar, meiner Meinung nach.

Gib Deinen Füßen also die Aufmerksamkeit, die Sie verdienen!

Sie bringen Dich jeden Tag von A nach B, ohne viel zu fordern. Das alleine ist doch schon Grund genug. Und warum das wichtig ist, lernst Du nun.

 

 

 

Eine kurze Geschichte unseres einzigartigen Körpers

Wir Menschen, existieren nun seit gut 300.000 Jahren auf dieser Erde, als eigene Rasse Homo Sapiens Sapiens. Der älteste Schuh ist gut 5500 Jahre alt.

Das heißt, wir waren (plus-minus ein paar tausend Jahre) 294.500 Jahre barfuß unterwegs. Das sind gut 98 % unserer gesamten Stammesgeschichte.

Auch vorher hatte die Evolution genug Zeit, um unsere Füße bestenfalls, für deren alltäglichen Anforderungen vorzubereiten. Wir als Menschen sind als Langstreckenläufer bestimmt gewesen. Daher sind unsere Füße auch sehr komplex und bestehen aus gut 22 gelenkigen Verbindungen.

Schuhe wurden aus erster Linie zum Schutz unserer Füße vor Kälte und Verletzungen erfunden.

Lange Zeit bestanden Schuhe auch nur aus dünne Ledersohlen, mit ein paar Riemen, zum Halt.
Die Schuhe heutzutage sind beinahe so kompliziert wie der menschliche Fuß selbst.

Sie sind gesprengt, haben einen Pronationsschutz, gepolsterte Sohlen, blinken beim Aufsetzten und haben noch 1000 weitere sinnlose Gadgets.

Dabei müssen unsere Schuhe nicht kompliziert sein. Unsere Füße sind es schon und haben den Test der Zeit bestanden! Aber das soll erst einmal genug sein an Geschichtsunterricht. 😀

 

Wer nicht Barfuß ist hat zu viel an

Das Schild finde ich mal geil 😀 4

 

Warum soll es besser sein barfuß durch die Gegend zu laufen?

Wie schon erwähnt sind Füße enorm kompliziert aufgebaut und haben einen Haufen von Muskeln, Gelenken und Nervenenden in sich.

Auch im Gehirn nimmt der Bereich “Fuß” einen vergleichsweise großen sensorischen und motorischen Teil auf der Großhirnrinde ein. Interessant dabei ist die explizite Stellung des großen Zehs.1 Das lässt darauf Schließen, dass dieser sehr wichtig ist zum Gehen beim Abrollen des Fußes.

So nun mal zurück zum Thema genug in die schöne Welt der Medizin und funktionellen Anatomie abgeschweift. Wenn Dich solche Posts über eine vereinfachte und anwendbare Darstellung von Medizin und Anatomie interessieren würden, schreib mir das mal in die Kommentare!

 

 

Wenn Du barfuß bist, arbeiten Deine Fußmuskeln weitaus stärker mit. So werden die Gelenke Deines Fußes automatisch mobilisiert. Gerade dann, wenn Du auf unebenem Untergrund gehst, läufst, springst oder whatever.

 

 

Barfuß gehen und laufen fordert auch Deine Hüfte, genauer gesagt die Fähigkeit Deine Hüfte bewusster zu stabilisieren, heraus.
Das Problem ist, dass Viele ewig lange mit sehr schicken, aber einengenden Schuhen rumgelaufen sind. Ich finde dieses Bild erklärt das Problem ganz anschaulich:

Barfuß und normale Schuhe im Vergleich
Sieht unlogisch aus seine Füße so komprimiert für etliche Stunden des Tages in etwas zu quetschen, nicht?2

Nach einigen Jahren in unterstützenden Schuhen sind Deine Füße recht steif, unbeweglich und muskulär gesehen schwach.

Durch Zeit, die Du bewusst barfuß verbringst oder sogar auch noch an Deiner Fußgesundheit aktiv arbeitest, kannst Du dem entgegenwirken. Oder das ganze sogar behandeln, vorausgesetzt Du überdenkst den Umgang mit Deinen Füßen nochmal neu.

Denke mal so:

  • Ein Haus ohne ein stabiles Fundament steht sicher nicht lange. Architektur 1×1 für Zurückgebliebene.
  • Das Fundament in diesem Beispiel sind Deine Füße – Du das Haus. Das kann eine Zeit lang gut gehen, aber irgendwann bricht dieses Haus in sich zusammen. Und den Architekten sollte man mindestens einmal, besser zweimal, gehörig verkloppen.
  • Viele belasten dieses eh schon instabile Haus noch zusätzlich mit schweren Gewichten beim Squatten in Nike Roche’s mit einer wabbeligen Sohle. 🙄
  • Dazu kommt schlechtesten falls noch eine miserable Technik, ohne nennenswertes Warmup. Nicht so sonderlich klug meiner Meinung nach. Da brauch sich keiner über eine Verletzung zu wundern.

Also mein Appell an dieser Stelle: Gesundheit ist alles! 100 kg Squats mit einer dreckigen Technik sind vergänglich. Sehr schnell sogar! 😀

Ein leistungsfähiger und gesunder Körper hingegen nimmt das Altern leichter auf sich.

 

Und wer länger – pausenfrei und vor allem verletzungsfrei – trainieren kann hat im Endeffekt mehr Erfolge.

Barfuß am Klettern
Unsere Füße alleine sind schon Wunderwerke der Evolution.

Verwunderlich ist, dass selbst Toplevelathleten Ihren Füßen nicht die Aufmerksamkeit zu schenken scheinen, die Sie verdient hätten.

Schaue Dir einmal den Hallux Valgus von Usain Bolt an. Und das trotz seines tollen Sponsorenvertrages mit Nike. 🙄

Wäre er ohne diese Fehlstellung noch ein paar irre Millisekunden schneller gewesen? Nobody knows… Aber es wäre zu erwarten! Mit guter Funktion kommt in der Regel eine viel bessere Leistung.

 

 

 

Muss nun also jeder seine Schuhe wegwerfen und barfuß durch das Leben gehen?

Versteh mich nicht falsch: Ich will keinem Barfußschuhe aufzwingen oder seine schicken Nike Airs und High Heels ausreden.

 

Mein Ziel ist es nur, dass jeder wirklich weiß, was er damit aufs Spiel setzt. So kann dann jeder selber seine Entscheidung, unter Berücksichtigung aller Faktoren, treffen.

Eine kluge Wahl wäre zum Beispiel:

Seine spitzen und engen Businessschuhe nur für die Stunde des “superduper wichtigen Meetings” des Tages anzuziehen und sonst bei der Arbeit im Büro etwas lockerere Schuhe zu wählen.

 

Ich selber laufe nun seit circa 2 Jahren barfuß rum, wo ich es kann. Oder ansonsten in den minimalistischen Schuhen von Vivobarefoot.

Wenn ihr da mal Vorbeigucken wollt findet ihr den Link auf meiner Equipmentliste. Den letzten Monat habe ich zum Beispiel beim Backpacken durch Südostasien nahezu komplett barfuß verbracht. Ne echt geile Erfahrung! 😀

Die einzigen klassischen Schuhe, die ich seitdem getragen hab, waren Kletterschuhe. Aber auch nur, weil ich barfuß sicher aus der Halle geflogen wäre. Ist klar, dass nicht jeder so verrückt oder fanatisch sein muss, wie Ich es manchmal bin.

 

Minimaler Schuh im Vergleich mit normalem Schuh
Der Vergleich von normalen zu minimalen Schuhmodellen sagt schon viel.3

 

 

 

Ein paar abschließende Worte

Wie handhabst Du Deine Fußgesundheit? Hast Du überhaupt schon einmal darüber nachgedacht?

Meiner Meinung nach ein sehr wichtiges, aber leider total unbekanntes Thema. Also lasst uns gemeinsam etwas daran ändern! Und sei es nur dieses Wissen in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Entscheiden, was man mit erlerntem Wissen macht, muss dann doch noch jeder für sich.

Wenn Dir dieser Post gefallen hat, kann ich Dich an TheFootCollective weiterverweisen. Diese kanadischen Physiotherapeuten machen einen großartigen Job, wenn es um dieses Thema geht!

 

In diesem Sinne macht’s gut,



Kevin

 

 

 

Fußnoten:

1 Wenn du mal sehen willst, wie so was im Hirn genau aussieht, schau dir das Bild in dem Artikel an: über einen Homonculus auf Doccheck an

2 Dieses Bild ist Eigentum von ShoeSpiracy bzw. Vivobarefoot

3 Dieses Bild stammt von dem Instagramfeed von Clayton.Moves

4 Dieses Bild ist von TheFootCollective

Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Passende Beiträge

Back to top button
Close