Mindset

Angst – Eine Schwäche oder doch ein großer Segen?

 

Wir alle haben Angst – und wenn wir mal ehrlich sind vor erschreckend vielen Sachen. Meist gestehen wir uns viele Ängste selber Nichtmal recht ein.

 

Dabei ist die Angst manchmal ein riesen Segen.

Es gilt fälschlicherweise, als schwach Ängste zuzugeben. Dabei ist sie eigentlich eine gute Sache. Angst zeigt uns, wo wir uns verbessern können!  Und sie hilft uns nicht bei einer total dummen Aktion draufzugehen.

 

Einen Tiger zu streicheln, ist wohl nicht die beste Überlebensstrategie. Und hier setzt gesunde Angst ein. Sie sagt:

“Behalte Deine Pfoten bei Dir und Du wirst den morgigen Tag viel wahrscheinlicher erleben!” 2

 

In unserer heutigen Gesellschaft gibt es aber selten noch die Angst vor Raubtieren, bei der es um das sofortige und pure Überleben geht.

Es sind viel mehr die Ängste, die einen längeren Zeitraum einnehmen. Ängste, die Sorgen erschaffen und uns einengen.

 

 

 

Was genau ist Angst?

Angst ist ein Schutzreflex unserer Psyche. Diesen Job löst Sie auch meistens ziemlich gut.

Sie kann akut sein oder über einen längeren Zeitraum gegenüber etwas bestehen. Vor wirklich eintretenden Dingen oder auch nur deren Möglichkeit.

 

Akute Angst

Akute Angst kennen wir alle. Ich glaube jeder hat wenigstens ein mulmiges Bauchgefühl, wenn man eine ungesicherte Klippe herunterblickt.

Diese Angst sorgt dafür, dass wir keinen Handstand am Klippenrand für Instagram machen. Gibt trotzdem welche, die es machen…

Diese sofortige Angst ist meistens berechtigt und bewahrt uns davor eine Vielzahl richtig dumme Sachen zu tun.

Sie ist wichtig für unser Überleben und schützt uns. Sei es nun vor tiefen Klippen, aggressiven Schlangen, schwerwiegenden Stürmen oder dem gruseligen Nachbarn mit dem Serienmörderflair.

 

Handstand an einer Klippe
Hier ein Handstand zu machen wäre sicher keine gute Idee. Aber – No Risk No Fun.

 

 

 

Langfristige Angst

Angst kann sich auch über einen längeren Zeitraum gleich darstellen – zum Beispiel die Panik vieler Menschen vor Spinnen.

Diese Angst bleibt meist über das gesamte Leben, wenn man nichts dagegen tut.

 

Eine andere, etwas subtilere Form der Angst, ist die Komfortzone. Wir gewöhnen uns an unser Umfeld und unsere Routinen. Unser Verstand lernt, das wir in diesem Umfeld gut überleben können. Soweit so gut.

Nur verschließt sich der Verstand damit auch gegen Neuerungen und Veränderung.

 

Ich denke jeder kennt diese Zurückhaltung davor, etwas Neues auszuprobieren. Es erfordert  bewusste Überwindung Neues zu tun.

Und nachher fragt man sich, warum man sich so lange davor gesträubt hat.

 

Nur keine Panik
Sollten wir wohl alle mal öfter befolgen…

Kleiner Funfact am Rande: Es gibt sogar Menschen, die physiologisch keine Angst fühlen können!

Meist haben diese einen Defekt der Amygdala vorliegen, die eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Angst spielt. Hier mehr dazu: Subject SM

 

 

 

 

Wie kann mir meine Angst helfen?

Ich gehe so weit Angst teilweise, als einen Wachstumsindikator zu bezeichnen.

 

Viele Ängste sind unbegründet oder minimal. Sie hält uns meistens zurück und sorgt für übertriebenen Komfort.  Wir werden routiniert und gemütlich.

Doch sind das die Momente, bei denen man sich lebendig fühlt? Ich wage es zu bezweifeln.

 

Besiege deine Angst jeden Tag
Wahrer könnte das Motivationsbild nicht sein. 😀

Angst ist ein guter Indikator, was Du mal ausprobieren solltest:

Du hast Angst davor einen thailändischen Kochkurs zu besuchen? Dort kennst Du niemanden? Du hast gar keine Ahnung von dieser Küche?

Aber Du wolltest das eigentlich schon immer mal lernen? Na dann *** it und mach es.

 

Ich weiß das ist leicht gesagt. Aber, nach der anfänglichen Überwindung,  läuft alles wie von selbst.

 

Meine zwei Challenges – für mehr Diskomfort

Probiere gerne diese zwei Challenges für mehr Diskomfort und Mut aus.

Bei diesen Challanges geht es darum, dass Du eine gewisse Regelmäßigkeit, hereinbekommst, Dich unwohl zu fühlen.

Du wirst merken bald ist es gar nicht mehr so “komisch” von den Normen abzuweichen oder etwas zu tun, was andere vielleicht unnormal finden könnten.

 

Und darauf kommt es im Endeffekt an.

Tue was Du willst und lasse Dich von keinem Anderen nur aus Scham oder Sonstigem zurückhalten.

 

Das ein Punkt, den Du von Deiner Angst lernen kannst.

 

 

 

Challenge I:

Du hast vor irgendetwas Angst? Dann mache genau das!

Also werde einmal aktiv und Schreibe ein paar Dinge auf eine Liste, die Du schon immer mal machen wolltest. Schreibe auch Sachen auf, bei dessen puren Gedanken Dir leicht unwohl wird.

Das Ziel ist es, aus der Komfortzone zu kommen, denn nur dort findet Wachstum statt. Suche Dir Aktivitäten raus, die Dir ein leichtes Unwohlsein bereiten oder Neugier in Dir hervorrufen.

Du sollst keine Sachen machen, bei denen Du in pure Panik gerätst. Das ist auch nicht gut.

Also versuche bitte keine Handstände auf Klippen, ohne Sicherung Häuser hochzuklettern oder mit Schlangen zu kuscheln. An sowas muss man sich langsam antasten oder sollte es lassen. Du musst niemandem etwas beweisen.

 

Gute Punkte auf Deiner Liste wären zum Beispiel:

– ein Probetraining in einer Kampfsportschule

– spreche 5 Fremde Leute an und smalltalke mit Ihnen

– Dusche. Eiskalt!

– Gib nem Fremden ein High Five. Einfach so.

 

 

Angst im Wald
Siehe Deine Angst als Wegweiser durch diesen diesigen Wald.

 

Challenge II:

Okay, Du hast Deinen Mut wiederentdeckt und hast so einiges ausprobiert? Gut!

Es macht Spaß Neugierig zu sein und Neues zu erleben, nicht? So kann man immer über etwas erzählen und ist automatisch interessant.

Nun versuche dieses Unwohlsein in eine Routine zu verwandeln. Mache täglich etwas, wo Dir nicht so ganz wohl bei ist.

Zum Beispiel kalt duschen. Ich glaube das macht keinem Spaß, ist aber easy täglich zu machen.

 

Angst ist eine Challenge
Angst muss nicht so aussehen. Es ist vielmehr eine Herausforderung.

 

 

In der letzten Woche vor meiner letzten Backpackingreise hatte ich zum Beispiel echt Panik und hab gezweifelt.

An sich war sie total zwecklos, da ich mich mega gefreut habe und mir eine tolle Zeit bevorstand. Aber mein Verstand wollte keine so drastische Veränderung.

 

Keine geregelten Routinen, kein gewohntes Umfeld, komplett andere Menschen um sich herum. Quasi eine 180° Wandelung innerhalb von 13 Stunden Flug.

Ich habe das erkannt, musste lächeln und war noch umso mehr in meiner Entscheidung bestärkt.

 

Ich hoffe jedenfalls Du konntest etwas Sinnvolles mitnehmen. Oder wie man im Englischen so schön sagt: “actionable advice”. Wenn Dir der Beitrag gefallen oder Du eine Frage hast, lass es mich wissen!

 

 

Bis dahin,

Kevin

 

 

 

 

Fußnoten:

1Wen das Thema interessiert – der kann sich in diesem weiterführenden Artikel noch mehr über die Angst informieren. Hier wird die Angst psychoanalytisch nach Sigmund Freud betrachtet.


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